Warum Bienen so wichtig sind

Viele kennen die Leistungen der Honigbienen als Bestäuber in der Natur und im Obst- & Gemüseanbau. Die Bedeutung der Wildbienen wurde lange unterschätzt. Viele fliegen schon, wenn es den Honigbienen noch zu kalt oder zu nass ist. Mauerbienen bestäuben z.B. um ein vielfaches effizienter als die Honigbienen. 

Bienen bestäuben 80% aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen

Durch ihre Spezialisierung bestäuben Wildbienen Pflanzen, die die Honigbienen aufgrund ihres Körperbaus nicht bestäuben können oder links liegen lassen. Bienen stehen daher an der Basis der Nahrungspyramide. Für eine sichere Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen braucht es  neben den Honigbienen auch eine artenreiche Wildbienenfauna. 

1/3 von allem was wir essen HÄNGT VON DER BESTÄUBUNG durch Bienen ab

Foto: Petra Jakob
Foto: Petra Jakob


Warum es den Bienen so schlecht geht

Icon Graph Runter

Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird.  Rund 300 von 560 Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste.

 

Icon Feld mit Sonne

 Hinzu kommen die negativen Auswirkungen von Monokulturen in der Landwirtschaft. In den letzten Jahren ist das Nahrungsangebot auf Feldern und in Gärten zurückgegangen.

 

Icon Spraydose

 „Pflanzenschutzmittel“, also Pestizide, wirken nicht nur auf Schädlinge, sondern sind tödlich für Bienen, stören ihre Orientierung oder schwächen ihr Immunsystem. 


Unterschiede

Honigbienen

  • Leben in Völkern
  • Sammeln vor allem Nektar
  • Nisten und leben im Bienenstock 
  • Sind Generalisten 
  • Stachel kann unsere Haut durchdringen 
  • Fliegen bis zu 3-10 Kilometer
Grafik Blume

Wildbienen

  • Meist alleinlebend
  • Sammeln vor allem Pollen (Blütenstaub)
  • Benötigen artspeziefische Nistplätze
  • Sind Spezialisten
  • Können uns i.d.R. nicht stechen 
  • Flugradius nur 50-300 Meter


Biologie der Wildbienen

Foto: Guido Dericks
Foto: Guido Dericks
Foto: Steve Luhn
Foto: Steve Luhn

Zu den Wildbienen gehören kleine Arten von gerade mal 5 mm Größe bis zu den 3 cm großen Holzbienen und Hummeln. Viele sehen der Honigbiene zum Verwechseln ähnlich. Typisch für Bienen ist eine pelzige Behaarung. Am Bauch oder an den Beinen tragen sie den Pollen, das unterscheidet sie von den Wespen. Für Zoologen gehören Wildbienen zur außerordentlich artenreichen Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera) zur Familie Apidae. 

 

Wo leben sie?

Pelzbienen präferieren senkrechte Abbruchkanten, Uferböschungen und Lösswände. Mauerbienen finden ein Zuhause  in Fugen und Spalten von alten Gemäuern und Fachwerk. Sandbienenarten nisten

in lockeren Sandböden oder festgefahrenem Boden von Feldwegen.

Nester aus Pflanzenhaaren bauen sich Wollbienen in Trockenmauern, Steinhaufen oder alten Baumstämmen. Holzbienen nagen ihre Nestgänge gerne selbst in mürbes Totholz oder in markhaltige Stängel.



Bekannte Wildbienen

Bild Geimeine-Pelzbiene

 

 

 

 Gemeine-Pelzbiene

 

Bild Rotpelzige-Sandbiene

 

 

 

Rotpelzige-Sandbiene

Bild Blaue-Holzbiene

 

 

 

 

 

Blaue-Holzbiene

Bild NAtterkopf-Mauerbiene

 

 

 

 Natterkopf-Mauerbiene

Bild Garten-Wollbiene

 

 

 

 

Garten-Wollbiene

Bild Dunkle Erdhummel

 

 

 

 

 

Dunkle Erdhummel



Zeitstrahl der Entwicklung

-Vor 270 Mio Jahren

 Erste Hautflügler – zu dieser Ordnung gehören Bienen, Wespen und Ameisen

-Vor 130 Mio Jahren
 Erste Blütenpflanzen
-Vor 100 Mio Jahren
 Erste Bienen – die älteste fossile Biene ist ca. 92 Mio alt
-Vor 60 Mio Jahren
 Massenaussterben – aufgrund eines Klimawandels durch ein Meteoriteneinschlag
-Vor 55 Mio Jahren
 Sozialverhalten entsteht – Bienenarten zeigen erstmals komplexe Sozialstrukturen
-Vor 25 Mio Jahren
 Geburtsstunde der Hummeln
-Vor 20 Mio Jahren
 Geburtsstunde der Schmal- und Furchenbienen
-Vor 250.000 Jahren
 Erster Kontakt zwischen Bienen und Mensch
-Vor 9.000 Jahren
 Beginn der gezielten Haltung von Honigbienen in Anatolien
-Vor 4.500 Jahren
 Blüte der Imkerei in Ägypten
-Vor 2.400 Jahren
 Bienenforschung entsteht - Hippokrates entwickelt Honigsalben gegen Fieber
-Vor 1.200 Jahren
 Karl der Große befielt Einrichtung von Imkereien | Zeidlerei als Waldbienenzucht entsteht


So kannst du Wildbienen helfen

 

1. Blütenvielfalt schaffen: Mehr Bienennahrung anbieten!

Ungenutzten Rasen in artenreiche heimische Wildblumenwiesen umwandeln. Nach der Ernte Nutzbeete als Blühfläche einsäen. Balkone mit Kräutern bepflanzen.

 

2. Lebensraum schaffen: Sorge für Wildbienen-Nistplätze!

Eine „Wilde Ecke“ mit Totholz-Haufen, offenen Bodenflächen und Trockenmauern schaffen natürliche Nistplätze für Bienen und weitere Nützlinge.

 

3.Gifte stoppen: Kaufe Bio und verzichte auf Chemie!

Bio-Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern schont Bienen. Verzichte im Haus auf alle Arten von Pestiziden wie Insektizide und Herbizide.

 

4. Torffrei pflanzen: Nur Blumenerden ohne Torf kaufen!

Durch Torfabbau werden Moore als CO2-Speicher und eine seltene Artenvielfalt unwiederbringlich zerstört. Besser: torffreie Erde von Bioabfällen aus deiner Stadt.

 

5. Bienenpate werden: Jetzt Bienenretter werden!

Mit einer Patenschaft für Bienen unterstützt du aktiv die Arbeit der Initiative Bienenretter und förderst Projekte für eine nachhaltige Entwicklung. 


Lebensraum für Bienen schaffen

Bild Insektenhotel

 „Wildbienenhotels“ aus dem Handel sind zwar optisch schön, aber nicht immer nützlich. Selberbauen macht Spaß und hilft oft mehr:

  • Unbehandelte Holunder-, Bambus- oder Schilfstängel in 10-15 cm lange Stücke schneiden. In einer Dose oder einem Holzkasten bündeln und waagerecht an einem trockenen, sonnigen Balkon oder Dachvorsprung befestigen.
  • Markhaltige 40 cm lange Stängel von Brombeeren oder Königskerze senkrecht am Balkongitter, Zaun oder an Pflanzstäben befestigen.
  • Waagerecht gebohrte Löcher in Laubhölzern bieten hohlraumnistenden Arten Zuflucht.

Aus unseren Erfahrungen haben wir zusammen mit einem Biologen Nisthilfen und eine modulare Nistsäule für unterschiedliche Arten entwickelt.


Lass deine Stadt aufblühen Flyer

Mini-Flyer "Lass deine Stadt aufblühen!"

Was kann jeder Einzelne für Bienen tun?

Bunt statt Grün! Ob auf dem Balkon, im Garten oder am Straßenrand - Bestäuber brauchen Vielfalt. Lass uns ein blühendes Band durch unsere Stadt ziehen! Mit Pflanztipps für Fensterbrett, Balkon und Garten. Format: DIN A7, 8 Seiten, Download kostenlos.

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Bröschure Wildbienen

Broschüre "Wildbienen - Kleine Helfer, die Großes leisten"

Fast 60% unserer Wildbienen stehen auf der Roten Liste. Lange wurde die Leistung der Wildbienen für Artenvielfalt und Ökosysteme unterschätzt. Kleiner Überblick über ihre Lebensweise und was sie bedroht. Format: DIN A6, 12 Seiten, Download kostenlos.

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